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“… eine kontinuierliche Beschäftigung mit der Krise im speziellen, den kapitalistischen Zumutungen im Allgemeinen und Möglichkeiten der Überwindung des Kapitalismus” [1]

Wir sind die gruppe polar, eine antikapitalistische, linksradikale und solidarische Organisierung in Dresden.

Die gruppe polar

… analysiert und engagiert sich gegen eine beständig manifester werdende Deutsche Hegemonie in Europa.

Unsere Inhalte sind die Krise des Kapitalismus, der rassistische Populismus gegen die südlichen Länder Europas, die brutale Rolle Deutschlands als Krisengewinnerin, Erzwingerin der europäischen Austeritätspolitik und der damit einhergehenden Verarmung. Im Zuge der Wiedervereinigung und der zunehmenden Historisierung des Nationalsozialismus nimmt Deutschland wieder zunehmend eine dominierende Position ein. Die deutsche Niedriglohnpolitik und die damit direkt verbundene Exportweltmeisterschaft hat die Arbeitsmärkte anderer EU-Länder destabilisiert. Das deutsche Modell “den Standort” auf Kosten der Lohnabhängigen wettbewerbsfähig zu machen, wird inzwischen in der gesamten EU umgesetzt. Die deutsche und europäische Krisenpolitik ist darauf ausgerichtet, die Schuldenkrise für eine Ausweitung der Logik der Agenda 2010 in den europäischen Großraum hinein zu nutzen. Gestärkt durch diesen Gewinn aus der Krise sieht sich Deutschland auch wieder in einer Rolle, in der es als Großmacht agiert und vermehrt militärische Operationen lanciert.

… beschäftigt sich mit konkreten Utopien und linker Geschichte.

Dass der Kapitalismus mit seiner permanenten Produktion von Elend und Unglück auf diesem Planeten keine Zukunft haben kann, oder aber die Welt als solche ohne Zukunft sein wird, liegt auf der Hand. Allerdings bestehen derzeit wenige relevante, kollektiv verhandelte, linke Vorstellungen zur Überwindung des Kapitalismus. Wenn wir uns nach dem Wie der Überwindung des Kapitalismus fragen, wissen wir zugleich, dass kommunistische oder realsozialistische Versuche, die Gesellschaft grundlegend umzugestalten – sofern sie nicht niedergeschlagen wurden – in autoritären Systemen mündeten. Daher wollen wir uns an einer Auseinandersetzung mit Stalinismus und Realsozialismus aus linksradikaler Perspektive beteiligen. Wir wollen nicht vom Kommunismus reden und dabei von den Verbrechen des Realsozialismus und Stalinismus schweigen.

… versucht sich an Debatten um eine Kapitalismuskritik zu beteiligen, die nicht regressiv oder antisemitisch ist.

Die Tendenzen, auch in linken Zusammenhängen strukturell oder offen antisemitisch zu sprechen und zu handeln, ignorieren wir nicht. Die Krise auf das Versagen von “Bankern” oder dem “unmoralischen” Verhalten Einzelner zu diskutieren, ist falsch und führt zu “Lösungen”, die wir ganz sicher nicht unterstützen. In der europäischen Linken sind diese Verkürzungen nach wie vor relevant. Im Umkehrschluss glauben wir nicht, dass persönliche Verantwortung nicht kenntlich gemacht werden kann. Wir suchen nach Möglichkeiten, Macht und Gewalt ohne antisemitische Stereotype aufzuzeigen. Die Auseinandersetzung mit regressiver Kapitalismuskritik hält uns nicht davon ab, uns an Protesten, Aktionen und Debatten zu beteiligen. Eine antikapitalistische Politik und Kritik, die versucht, das Ganze in den Blick zu nehmen, muss sich einbringen.

… beteiligt sich und veranstaltet Aktionen im Rahmen von lokalen und überregionalen Bündnissen

Die Tendenz in der radikalen Linken, als deren Teil wir uns begreifen, in Lesezirkeln und Theoriekreisen zu verharren und gewonnene Erkenntnisse nicht in der Praxis zu erproben, war für uns zunehmend unbefriedigend. Proteste gegen das Instellungbringen Deutscher Hegemonie waren kaum zu vernehmen, während es zur gleichen Zeit in Teilen Europas und der Welt Massenproteste gab und gibt. Wir versuchen, Öffentlichkeit zu schaffen für unsere Kritik, beteiligen uns oder iniitieren Aktionen im öffentlichen Raum, schaffen konkrete Formen der Solidarität und vernetzen uns mit anderen politischen Gruppen.

“Die Krise dreht weiterhin sichtlich unbeeindruckt ihre Runden und hinterlässt ihre Spuren in Gestalt der Verelendung, Verarmung und sozialen Exklusion einer immer größer werdenden Anzahl Menschen. In Deutschland, im stillen Auge des Krisenorkans, behagt es jedoch noch immer vielen der hier lebenden, und selbst die radikale Linke, die gerne Sätze wie „Aber hier leben, nein Danke!“ skandiert, kann sich dem Sog der öffentlichen Meinung kaum je entziehen und hofft, die Krise möge einen größeren Bogen um ihr Leben machen.” [2]

[1] Einladungsflyer: “Kapitalismus in der Krise und Deutsche Härte”
[2] Artikel: nevergoinghome in Phase2, Nr. 44, Herbst 2012

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